Wie DAX & die US-Indizes den Tradern das Leben schwer machen

Inhalt dieser Ausgabe

  1. Wie DAX & die US-Indizes den Tradern das Leben schwer machen

 

›› Wie DAX & die US-Indizes den Tradern das Leben schwer machen
von Sven Weisenhaus

Verehrte Leserinnen und Leser,

Sven Weisenhaus, Chefredakteur Geldanlage-Brief

die charttechnische Lage an den Aktienmärkten ist derzeit schwierig zu analysieren. Das hängt damit zusammen, dass die US-Indizes und der DAX unterschiedliche Signale liefern. Am einfachsten ist es, wenn die US-Indizes als Vorreiter den Takt des DAX vorgeben und dieser die Signale auch brav umsetzt. Im Moment ist das aber anders.

Über die relative Schwäche des DAX habe ich bereits berichtet. Ebenso über die seit Anfang Mai anhaltende Seitwärtstendenz (siehe folgender Chart).

DAX - kurzfristige Chartanalyse

Seit dem Bruch des leicht aufwärts gerichteten Trendkanals (grüne und rote Linie) steht im Raum, dass dies der Startschuss zu einer schärferen Korrektur ist. Doch ob diese wirklich kommt oder es lediglich einen scharfen Rücksetzer gab, dessen Boden sich bereits auf dem Niveau des ehemaligen Allzeithoch aus dem Jahre 2015 bei 12.390,75 Punkten bildet (siehe dicke grüne Linie im nächsten Chart), ist nach den bisherigen charttechnischen Signalen noch nicht klar.

DAX - Target-Trend-Analyse

Immerhin konnte der DAX nach dem ersten Test dieser Unterstützung wieder ordentlich zulegen, was für den kurzen Rücksetzer sprach. Doch gestern brachen die Kurse erneut ein und so lief der DAX ein zweites Mal das ehemalige Allzeithoch an. Jetzt stellt sich die Frage: Hält diese Unterstützung oder ist das der Beginn der zweiten Abwärtswelle, so wie ich sie in der letzten Target-Trend-Analyse vom 5. Juli beschrieben hatte (rote Pfeile im folgenden Chart). In diesem Fall wäre die zweite Welle halt lediglich etwas später gestartet (schwarzer Pfeil).

Allerdings ist es unwahrscheinlich, dass der DAX eine solche (zweite) Abwärtswelle vollzieht, während die US-Indizes (S&P500 und Nasdaq100) neue Allzeithochs ausbilden.

US-Aktienmarkt: Drei Indizes, drei Wege

Der Nasdaq100 marschierte jüngst vom unteren Ende des kurzfristigen Abwärtstrendkanals (siehe Pfeil im folgenden Chart) wie am Schnürchen gezogen bis auf ein neues Allzeithoch, welches heute bei rund 5.911 Punkten markiert wurde.

Nasdaq100 - Chartanalyse

Bei den anderen US-Indizes war die Kursentwicklung etwas komplexer. Der Dow Jones zum Beispiel stieg auf ein neues Allzeithoch und durchbrach dabei eine Widerstandslinie, die man auf die bisherigen Hochs legen kann.

Dow Jones - Chartanalyse

Eigentlich war dies ein klar bullishes Signal. Doch gestern rutschte der Index unter relativ hoher Dynamik wieder unter das Ausbruchsniveau zurück und deutete damit einen Fehlausbruch an. Weil es aber heute wieder zu steigenden Kursen gekommen ist, ist dieses Fehlsignal noch nicht vollendet. Was also wirklich geschieht, werden wir erst in den kommenden Tagen erkennen, denn aktuell kämpft der Index noch mit der Widerstandslinie.

Doch auch im S&P 500 erlebten wir kürzlich zunächst Hinweise auf ein Fehlsignal (siehe roter Kreis im Chart). Allerdings hat der S&P 500 mittlerweile ganz klar das Allzeithoch nach oben aufgelöst.

S&P 500 - Chartanalyse

Drei Indizes, drei unterschiedliche Wege. Und der DAX kocht, wohl aufgrund des starken Euro-Anstiegs, ein völlig anderes Süppchen.

Man kann sich auch mal eine Weile vom Markt fernhalten

Für längerfristige Investoren sind solche kurzfristigen Kapriolennatürlich völlig unerheblich. Die übergeordneten Aufwärtstrends sind schließlich allesamt intakt und damit bleibt die Investorenwelt absolut in Ordnung. Aber für Trader sind diese divergierenden Signale zum Haare raufen.

Wenn Sie also zurzeit mit ihren Trades hier etwas Probleme haben: keine Sorge. Es geht nicht nur Ihnen so. Und gerade in den Sommermonaten ist ein solches Kursverhalten absolut typisch. Schon am 30. Juni wurden Sie vor „tückischen Sommermonaten“ gewarnt, hier in der Börse-Intern und per WhatsApp.

Mein Tipp lautet: Manchmal kann es hilfreich sein, sich einfach eine Weile aus dem Markt herauszuhalten oder eben nur längerfristige Investments zu tätigen. Zumindest so lange, bis die Signale wieder mehr in eine Richtung laufen.


Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Geldanlage
Ihr
Sven Weisenhaus