DAX: Ende der Korrektur oder nur Ende der Welle A?

Inhalt dieser Ausgabe

  1. DAX: Ende der Korrektur oder nur Ende der Welle A?
  2. Konjunkturdaten: Einkaufsmanagerindizes der USA

 

›› DAX: Ende der Korrektur oder nur Ende der Welle A?
von Sven Weisenhaus

Verehrte Leserinnen und Leser,

Sven Weisenhaus, Chefredakteur Geldanlage-Briefwenn Sie nicht schnell genug waren, um sich gestern für die Sonderausgabe zu den medialen Mythen im Zusammenhang mit der US-Schuldenobergrenze, dem Gouvernment Shutdown oder einer potenziellen Zahlungsunfähigkeit der USA anzumelden, können Sie sich natürlich auch jetzt noch für ein kostenloses Probeabo der Stockstreet-Investment-Strategie entscheiden. Sie finden dann die Sonderausgabe im Archiv des Kundebereichs.

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Kommen wir nun zum Markt:

Der DAX ist heute noch einmal schwach in den Handel gestartet und hat damit zunächst die Zweifel an einem erfolgreichen bullishen Ausbruchs des seit Juni laufenden Abwärtstrendkanals verstärkt, die gestern bereits aufgekommen sind. Doch unmittelbar nach einer Abwärtslücke zum Handelsstart kam es zu einer Kurserholung, die sich ab ca. 13:30 Uhr stark beschleunigte. Das Ergebnis ist eine bullishe Tageskerze, deren Tief lediglich den gebrochenen Aufwärtstrendkanal von oben testete (siehe grüne Ellipse im Chart).

DAX - Target-Trend-Analyse

Und im Tageshoch wurde nun, wie gestern „gefordert“, die Mittellinie des aktuellen Rechtecks bei 12.235 Punkten erreicht. Damit gab es das bestätigende Signal.

Die kurzfristigen Aufgaben der Bullen

Aktuell kämpft der DAX um die Eroberung der oberen Rechteckhälfte. Gelingt es, die 12.235er Marke nachhaltig zu überwinden, wäre auch die übergeordnete Tendenz von tieferen Hochs gebrochen und damit der Abwärtstrend nach der Dow-Theorie ebenfalls beendet. Der DAX hätte dann nach der Target-Trend-Methode wieder Platz bis zur Rechteckgrenze bei 12.590 Punkten. Zuvor könnte aber noch das ehemalige Allzeithoch bei 12.390,75 Punkten eine Hürde darstellen.

Fibonacci-Kursziele für die Erholungsbewegung

In etwa auf diesem Niveau liegt übrigens auch die 50%-Marke der Fibonacci-Retracements (siehe graue Linien im folgenden Chart) der mehrwöchigen Abwärtsbewegung (roter Trendkanal). Ein Anstieg auf dieses 50%-Niveau entspricht einer „normalen“ Gegenbewegung innerhalb einer Korrektur.

DAX - Fibonacci-Retracements

Am ehemaligen Allzeithoch bei 12.390,75 Punkten liegt also ein starker Widerstandsbereich. Zuvor wird aber bereits der Ausbruch über die Mittellinie bei 12.235 Punkten durch eine weitere Fibonacci-Linie erschwert. Bei 12.282,43 Punkten liegt nämlich das 38,20%-Retracement. Dort hätte der DAX also 38,20 % der mehrwöchigen Korrektur (roter Trendkanal) wieder aufgeholt.

Minimal- und Maximal(korrektur)kursziel

Die 38,20%-Marke gilt als Mindestziel für eine Gegenbewegung. Ein Ende des Abwärtstrends gilt dagegen erst als gegeben, wenn mehr als 61,80 % der Verluste wieder aufgeholt wurden. Dies wäre also oberhalb von 12.537,95 Punkten der Fall. Alles was bis dahin geschieht, gilt lediglich als Gegenbewegung in einer intakten Korrektur. Die Bullen haben also noch eine Menge Arbeit vor sich, um das übergeordnete Chartbild wieder auf klar bullish zu drehen. Der Bruch des Abwärtstrendkanals war somit nur ein erster Schritt.

Korrekturen haben meist eine ABC-Form

Und vor dem Hintergrund der Saisonalität, wonach der September eigentlich der schwächste Börsenmonat ist, darf ich daran erinnern, dass Korrekturen meist zumindest in der Form einer ABC-Korrektur stattfinden.

Elliott-Wellen - Grundmuster

Der bisherige Abwärtstrend (roter Trendkanal im Chart oben) könnte also erst die Welle A gewesen sein. Die aktuelle Gegenbewegung ist womöglich nur die Welle B. Und demnach würde noch eine zweite Abwärtswelle C mit tieferen Tiefs folgen.

Das Gefühl eines langjährigen Traders

Ich will damit nun gar nicht den Teufel an die Wand malen. Denn eigentlich bin ich ja längerfristig nach wie vor absolut bullish für Aktien und würde diese gegenüber allen anderen Anlageklassen weiterhin bevorzugen. Ich hatte aber für das Jahr 2017 eine scharfe Korrektur erwartet. Diese hat es inzwischen zumindest im DAX schon gegeben. Insofern könnte ich nun zufrieden sein und mich der aktuellen Kurserholung erfreuen.

Doch mir fehlt einfach noch ein schärferer Rücksetzer in den relativ teuren US-Indizes. Und wenn dieser im saisonal schwachen September noch kommt, dann dürfte dies auch den DAX noch einmal mit runterziehen. Und deshalb halte ich derzeit das Szenario einer ABC-Korrektur für wahrscheinlich.

Irma könnte Anfang kommender Woche die Märkte treffen

Ein Auslöser für stärkere Kursverluste könnte übrigens Hurrikan Irma sein, falls er auf den US-Bundestatt Florida trifft. Irma hat mittlerweile die höchste Hurrikan-Kategorie: Stufe Fünf! Er erreicht Windgeschwindigkeiten von mehr als 255 km/h und ist damit einer der stärksten Stürme, welche die Region je bedrohte. Er könnte die Küste Floridas, je nach Verlauf, Anfang kommender Woche erreichen.

Fazit

Ob es so kommt, bleibt natürlich abzuwarten. In jedem Fall werden uns die Target-Trend-Linien wie üblich den Weg weisen. Die konkreten Chartmarken, die nun wichtig sind, habe ich oben benannt. Doch bislang lag ich mit meinen Prognosen für das Jahr 2017 schon nah dran am tatsächlichen Kursverlauf des DAX. Und dabei geholfen haben in diesem Fall auch die Elliott-Wellen (siehe Börse-Intern vom vergangenen Mittwoch). Daher bleibe ich persönlich wegen des ABC-Szenarios noch etwas zurückhaltend und hoffe noch auf günstigere Schnäppchenkurse im Rahmen einer Welle C.


Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Geldanlage
Ihr
Sven Weisenhaus

 



›› Konjunkturdaten: Einkaufsmanagerindizes der USA
von Sven Weisenhaus

Nach den gestern genannten Einkaufsmanagerindizes für Deutschland, die Eurozone, China und Großbritannien wurden heute auch die für die Wirtschaft der USA veröffentlicht. Und diese lagen im August allesamt über dem Wert des Vormonats.

Der Markit-Dienstleistungsindex stieg von 54,7 auf 56 Punkte. Der Markit-Sammelindex für die gesamte Privatwirtschaft - also Industrie und Dienstleister - stieg dadurch auf 55,3 Zähler, von 54,6 im Vormonat. Und der ISM-Einkaufsmanagerindex der Dienstleister legte von 53,9 auf 55,3 Zähler zu.

Das war jedoch nicht der Grund für die Kursstärke des DAX. Denn dort fanden die Kursgewinne bereits deutlich vor der Veröffentlichung der Daten statt. Und außerdem liegen die aktuellen Werte der beiden von Markit erhobenen Einkaufsmanagerindizes unter denen, die in den ersten Schnellschätzungen für August bekanntgegeben wurden.

Insofern sind die Daten positiv, weil sie allesamt komfortabel oberhalb der Schwelle von 50 Punkten liegen, ab der zukünftiges Wachstum signalisiert wird. Aber für Begeisterungsstürme in den Aktienkursen konnten sie kurzfristig nicht sorgen.