Chartanalyse – Sinnvolle Methode oder Kaffeesatzleserei?


 

›› Technische Analyse bzw. Chartanalyse
– Sinnvolle Methode oder Kaffeesatzleserei?
von Geldanlage-Brief-Team

Verehrte Leserinnen und Leser,

im kostenfreien Magazin X-press TRADING, das quartalsweise vom X-markets-Team der Deutsche Asset & Wealth Management bzw. der Deutschen Bank herausgegeben wird, ist in der April 2015-Ausgabe ein interessanter Artikel über die Technische Analyse bzw. die Chartanalyse erschienen. Darin wird der Frage nachgegangen, ob die Technische Analyse wirklich funktioniert oder ob es sich dabei nur um Kaffeesatzleserei handelt.

Technische Analyse funktioniert, wenn man sie beherrscht

Soviel können wir an dieser Stelle bereits vorweg nehmen – der Autor des Artikels kommt zu dem Fazit, dass jeder Trader sich genau die Werkzeuge aus dem Kasten der Charttechnik herausnehmen sollte, mit denen er klar kommt und mit denen er positive Renditen erzielen kann. Technische Analyse kann funktionieren, wenn man sie zu nutzen weiß und beherrscht. Dazu braucht es viel Erfahrung.

DAX-Chartanalyse geht gerade perfekt auf

Aus den Analysen hier im Geldanlage-Brief wissen Sie, dass Herr Weisenhaus teils hervorragende Prognosen mittels der Chartanalyse erstellt. Gerade folgt der DAX seinem Elliott-Wellen-Szenario, wonach es ausgehend vom aus dem Prinzip der Wellengleichheit hergeleiteten Kursziel bei rund 12.400 Punkten deutlich abwärts gehen sollte (siehe DAX (Chartanalyse / Elliott-Wellen-Analyse) – Wurde nun die große Korrektur eingeleitet?“). Aktuell steht der DAX fast 1.000 Punkte tiefer bei nur noch etwas mehr als 11.400 Zählern (siehe Chart).

DAX - Chartanalyse / Elliott-Wellen-Analyse

Für uns steht daher außer Frage: Technische Analyse bzw. Charttechnik funktioniert und unser Chefanalyst Herr Weisenhaus beherrscht sie hervorragend. Doch es gibt keine 100ige Sicherheit bzw. Trefferquote und die Methode hat Vor- und Nachteile. Daher freuen wir uns, dass wir Ihnen mit Zustimmung des X-markets-Team den gesamten Artikel nachfolgend wiedergeben dürfen.

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Wenn Sie Interesse haben, dann können Sie die gesamte Ausgabe des X-press Trading-Magazins vom April 2015 hier kostenlos im Internet nachlesen (HIER klicken).
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Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen bei der folgenden Lektüre und viel Erfolg bei Ihrer Geldanlage
Ihr
Team von www.geldanlage-brief.de

 



›› Technische Analyse
– Verlässlich wie der Wetterfrosch?
von Deutsche Asset & Wealth Management

Wetterfrosch

Immer wieder fragen sich Trader, ob Technische Analyse wirklich funktioniert oder ob am Ende nur so viel Verlass darauf ist, wie auf einen Wetterfrosch. Eines bereits vorab: Egal, wie die Frage letztlich beantwortet wird, für Trader liefert die Diskussion der Pro- und Kontra-Argumente in jedem Fall einen klaren Vorteil für das Verständnis des Marktgeschehens.

Es ist eine Frage, die beinahe so alt ist wie die Märkte: Funktioniert Technische Analyse? Ganz plakativ muss die Antwort lauten: Es kommt darauf an. Denn eines ist bereits klar – es gibt Beispiele für Trader, die mit Technischer Analyse erfolgreich sind, und solche, die scheiterten. Ein klares „Ja“ oder „Nein“ kommt damit als Antwort nicht infrage, denn letztlich hängt der Erfolg oder Misserfolg zu großen Teilen vom Trader selbst ab und insbesondere davon, welche Konzepte der Technischen Analyse er wie umsetzt.

Die Technische Analyse – oft auch vereinfacht unter dem Begriff „Chartanalyse“ zusammengefasst – ist schon sehr lange ein fester Bestandteil des Tradings. Etwas genauer betrachtet sind die Begriffe aber zu trennen. Die Technische Analyse bezeichnet den Einsatz von berechenbaren Instrumenten wie Indikatoren und Oszillatoren, während die Chartanalyse vor allem auf visuelle Faktoren wie Unterstützungen, Widerstände und Chartmuster abzielt.

Unabhängig von der genauen Definition hat die Wissenschaft der Technischen Analyse sowie der Chartanalyse bislang keine große Bedeutung beigemessen, geschweige denn sie als anerkannte Analysemethode akzeptiert. Und das – theoretisch betrachtet – aus gutem Grund. Denn der überwiegende Teil der wissenschaftlichen Literatur geht von mehr oder weniger effizienten Märkten aus, bei denen folglich solche scheinbar einfachen Techniken auf Basis vergangener Kursdaten nicht plausibel funktionieren können, da diese Informationen als bereits eingepreist angenommen werden. Hinzu kommt, dass die Analysen oft stark von der Interpretation des Betrachters abhängig sind. Das macht es schwer, eine objektive, wissenschaftliche Untersuchung durchzuführen.

Aber ungeachtet dessen, dass die Technische Analyse in der Wissenschaft weitgehend ignoriert wird, findet sie doch anhaltendes Interesse in der Kapitalmarkt-Praxis. Und zwar nicht nur bei Privat-Tradern. Ist vielleicht doch mehr dran, als die Studien zugeben?

Ein unüberschaubares Wirrwarr

Eine der Schwierigkeiten der Technischen Analyse ist ihre Vielfalt (Bild 1), denn über die Jahrzehnte haben sich Unmengen an Indikatoren, Mustern und vor allem Kombinationen der einzelnen Techniken herausgebildet.

DAX - überfrachtete Chartanalyse

Bei der inzwischen unüberschaubaren Anzahl an Methoden, die alle unter den Begriff „Technische Analyse“ gesteckt werden, verwundert es wenig, dass davon die Mehrheit nicht funktionieren kann. Das wäre eine Erklärung dafür, dass die wenigen Studien, die quantitative Tests zur Technischen Analyse durchgeführt haben, meist zu dem Ergebnis kamen, dass es nicht funktioniert.

Studien zur Technischen Analyse

Ein gutes Beispiel ist die Studie „Technical Analysis and the Individual Investor“ von Arvid O. I. Hoffman und Hersh Shefrin aus dem Jahr 2014. Sie schrieben, dass Privatanleger, die die Technische Analyse nutzten, deutlich schlechtere Renditen erzielen als andere Anleger. Die technischen Trader hielten zudem konzentrierte Portfolios mit wenigen Positionen, gingen höhere Risiken ein und handelten häufig. Grundlage der Studie waren die Transaktionsdaten eines niederländischen Discount Brokers im Zeitraum von 2000 bis 2006.

Auch einige frühere Studien zeigten ähnliche Ergebnisse. Schon im Jahr 1980 berichteten Forscher in der Studie „Portfolio Design and Portfolio Performance“, dass Trader, die häufig und auf Basis der Technischen Analyse handelten, bereinigt um das Risiko 4,1 Prozent schlechter abschnitten als andere Anleger. Solche Ergebnisse führten dazu, dass dem Thema in der Wissenschaft kaum Aufmerksamkeit geschenkt wurde.

Doch es gibt auch Studien, die optimistischere Ergebnisse hervorgebracht haben. So zum Beispiel das Paper „Foundations of Technical Analysis“ (erschienen im Jahr 2000 im renommierten Journal of Finance) von den Forschern Andrew W. Lo, Harry Mamaysky und Jiang Wang. Analysiert wurden hier verschiedene Muster, die oft in der Charttechnik eingesetzt werden und von Algorithmen schwer zu identifizieren sind (zum Beispiel Schulter-Kopf-Schulter- und Dreiecks-Formationen). Die Autoren schrieben in ihrem Fazit, dass im Untersuchungszeitraum von 31 Jahren verschiedene Technische Indikatoren einen kleinen Informationsgehalt aufwiesen und dass diese einen praktischen Nutzen haben können. Das ist vorsichtig formuliert, aber ermutigend. Sie wiesen zwar darauf hin, dass damit nicht per se „Überrenditen“ zu erzielen wären, aber nannten die Technische Analyse als möglichen sinnvollen Bestandteil des Investmentprozesses.

Einen anderen Weg gingen die Forscher Yufeng Han, Ke Yang und Goufu Zhou („A New Anomaly“, 2013). Sie bildeten Portfolios auf Basis der Volatilität und wandten darauf dann Handelsregeln mit Gleitenden Durchschnitten (GD) an. Auf diese Weise konnten sie deutlich bessere Renditen als mit der Kaufen-und-Liegenlassen-Strategie simulieren. Entscheidend war hierfür die Vorauswahl auf Basis der Volatilität. Dieser Aspekt wird an späterer Stelle noch von Bedeutung sein.

Behavioural Finance

Wie so oft in der Wissenschaft sind die Ergebnisse also nicht einheitlich. Nach wie vor dominiert die Schule der (nahezu) effizienten Märkte, doch das Fundament bröckelt. Vor allem aus der Richtung der Behavioural Finance, die sich mit den vielen Verhaltensanomalien der Trader und Anleger befasst, kommt frischer Wind. Denn wenn die zentrale Frage, ob Technische Analyse funktioniert, für bestimmte Analysemethoden mit „ja“ beantwortet werden kann, dann ist die nächste Frage, warum es funktioniert.

Dieser Frage widmeten sich Zvi Bodie, Alex Kane und Alan Marcus in ihrem 2009 erschienenen Buch „Essentials of Investments”. Ihr Ergebnis: Technische Analyse kann funktionieren, weil sie irrationales Verhalten anderer Investoren ausnutzt. Damit ergibt sich eine ganz neue Perspektive: Statt Technische Analyse als Instrument zu betrachten, um Informationen über die Marktpreise zu erhalten, wird sie nach dieser Philosophie dazu eingesetzt, das Fehlverhalten anderer Marktteilnehmer zu nutzen (das wiederum die Chancen überhaupt erst erzeugt). Anders formuliert: Die Preise sind ineffizient, weil die Marktteilnehmer nicht ideal handeln und sich irrational verhalten. Damit tut sich das Gebiet der Behavioural Finance auf, um die Konzepte der Technischen Analyse auf theoretischer Basis zu stützen.

Es kommt auf das Marktumfeld an

In der Praxis ist das Ganze aber nicht so einfach. Wenn der Trade klappt, scheint es offensichtlich, dass die zugrundeliegende Technische Analyse funktioniert. Wenn der Trade dagegen nicht klappt, bekommt der Händler schnell das Gefühl, dass er einer Illusion aufsitzt. Wie lässt sich dieses Dilemma auflösen?

Entscheidend für den Einsatz der Technischen Analyse ist der Kontext. Wenn zum Beispiel eine Aktie, die seit Wochen besser läuft als der Markt und deren Nachrichten positiv sind, nach oben über einen Widerstand ausbricht, dann ist es wahrscheinlich, dass dieser Ausbruch erfolgreich ist. Ganz anders sieht es bei einer Nachzügler-Aktie aus, die im Prinzip nur deswegen kurzzeitig einen Widerstand überwindet, weil sie vom positiven Gesamtmarkt etwas mit nach oben gezogen wird. Hier ist es wahrscheinlicher, dass es sich um einen Fehlausbruch handelt und dass die Aktie in der nächsten kleinen Korrektur am Gesamtmarkt wieder deutlich zurückfällt.

Zum Beispiel funktioniert ein Ausbruch bei einer sehr starken Aktie (Daimler) viel wahrscheinlicher als bei einer schwachen Aktie (E.ON) – so zu sehen in Bild 2 und Bild 3. In Bild 2 entwickelte sich Daimler seit Anfang 2013 deutlich stärker als der DAX. Im Januar 2014 brach die Aktie dynamisch nach oben aus, nachdem der vorherige deutliche Anstieg in einer längeren Konsolidierung „verdaut“ wurde. Die Chancen auf den Erfolg des Ausbruchs und eine Trendfortsetzung standen hier entsprechend gut.

Daimler vs. DAX

In Bild 3 wird der identische Zeitraum wie bei Bild 2 gezeigt, nur diesmal mit E.ON im Vergleich zum DAX. Gut erkennbar ist, dass sich Ausbrüche hier schnell als Fehlsignale entpuppten (siehe Markierungen). Das ist kein Zufall, da Ausbrüche nach oben bei schwachen Aktien selten gelingen.

E.ON vs. DAX

Ein anderes Beispiel sind Gleitende Durchschnitte. Wenn eine Aktie in den vergangenen Monaten gestiegen ist und immer soweit korrigierte, dass sie kurz ihren GD(50) berührte, bevor sie wieder stieg, ist es wahrscheinlich, dass der GD(50) auch beim nächsten Rücksetzer eine klare Unterstützung bietet. Ein beliebiger anderer GD wird dagegen kaum Bedeutung haben. Ganz ähnlich verhält es sich mit dem viel beachteten GD(200). Manchmal rutschen Aktien durch diese Unterstützung, als würde sie nicht existieren, und manchmal prallen sie mustergültig davon ab. Meist können Trader diese beiden Varianten nur unterscheiden, indem sie genau beobachten, wie sich der Kurs bei Erreichen des GDs verhält. Ähnliches gilt auch für die Signifikanz von Fibonacci-Retracements.

Ganz ähnlich wie im bereits genannten Paper „A New Anomaly“, in dem die Forscher eine Vorauswahl auf Basis der Volatilität trafen, können Trader eine Vorauswahl an Titeln treffen, die bestimmte Kriterien erfüllen:

  • Wer Ausbrüche handeln möchte, sollte diejenigen Titel auswählen, die zuletzt über ein hohes Aufwärts-Momentum verfügten.
  • Wer antizyklisch handeln möchte, sollte diejenigen Titel auswählen, die zuletzt relativ unbeeindruckt weder besonders stark noch besonders schwach waren und sich innerhalb einer Handelsspanne befinden.
  • Wer kurzfristig intraday traden möchte, sollte diejenigen Titel auswählen, die gerade starke Trends und hohe Volatilität aufweisen.

Eine solche Vorfilterung der Trading-Kandidaten führt dazu, dass die vielen für die Strategie unpassenden Titel aus der Masse an Basiswerten überhaupt nicht erst berücksichtigt werden:

  • Warum einen Ausbruch bei einer mittelmäßigen Aktie handeln, wenn es zum gleichen Zeitpunkt die Chance gibt, einen Ausbruch in einer der stärksten Momentum-Aktien zu traden? Wo sind die Erfolgsaussichten höher?
  • Warum sich antizyklisch gegen einen Trend stellen, wenn es Aktien gibt, die schon seit einiger Zeit mit wenig Dynamik in einer Seitwärtsphase feststecken?
  • Warum eine Aktie mit niedriger Bewegungsspanne intraday traden, wenn es andere Titel gibt, die sich gerade stark bewegen und deutliche Kursspannen zurücklegen?

So funktioniert Technische Analyse

Letztlich ist es entscheidend, das entsprechende Marktumfeld zu berücksichtigen und vor allem die passenden Basiswerte auszuwählen. Das ist der erste grundlegende Schritt hin zu einer funktionierenden Technischen Analyse. Doch das ist noch nicht alles.

Erfolgreiche technische Trader haben die Fähigkeit perfektioniert, mit den richtigen Tools das Marktgeschehen zu interpretieren. Sie nutzen feste Techniken, an die sie glauben, und scannen die Märkte nach Treffern, also nach Situationen, in denen ihre Analysen mit erhöhter Wahrscheinlichkeit funktionieren. Das kann kein Computerprogramm ohne weiteres simulieren, und keine Studie im großen Stil nachberechnen, da es stark von der Erfahrung, der visuellen Wahrnehmung und dem Marktverständnis des Traders abhängt. In diesem Sinne kann die Technische Analyse schon fast als Kunst bezeichnet werden. Die Kunst, aus der Vielfalt an Techniken jene auszuwählen, die zur jeweiligen Situation passen. Die Kunst, aus der beschriebenen Vorauswahl an Basiswerten denjenigen herauszupicken, bei dem die genutzten Tools der Technischen Analyse ganz funktionieren.

Die Ausgangsfrage, ob Technische Analyse funktioniert, lässt sich daher wissenschaftlich kaum abschließend beantworten. Technische Trader, die über Jahre ihre Tools zu verstehen gelernt haben und die bestimmte Marktgegebenheiten damit schnell richtig interpretieren können, glauben an ihre Fähigkeiten. Trader, die Technische Analyse als Wirrwarr an Indikatoren und Oszillatoren sehen, orientieren sich daran so stark, wie an einem Wetterfrosch. Es ist am Ende zu großen Teilen eine Erfahrungs- und Glaubensfrage, ob Technische Analyse funktioniert. In einem so komplexen Gebiet wie den Finanzmärkten wäre es schließlich undenkbar, dass bestimmte feste Regeln nahezu perfekt funktionieren würden. Denn dadurch würde sich ihre Bedeutung von selbst wieder zerstören, da sie zu viele Marktteilnehmer nutzen.

Im Umkehrschluss bedeutet dies etwas Paradoxes: Technische Analyse funktioniert nur, wenn genügend Marktteilnehmer nicht daran glauben – zum Vorteil derjenigen, die das Chaos durchschaut haben und die richtigen Ansatzpunkte kennen, um jede Situation individuell zu interpretieren. Für diese Trader ist es daher überhaupt nicht relevant, ob die Masse an ihre Techniken glaubt oder nicht, oder ob sie im Einzelfall richtig oder falsch liegen. Sie wissen aus Erfahrung und glauben daran, dass ihre jahrelang einstudierten Tools und ihr Wissen ausreichen, um im Mittel profitieren zu können. Und sie wissen, dass das Wirrwarr an Tools und die ständig neuen Situationen im Trading letztlich ihr Vorteil sind. Denn genau diese Undurchschaubarkeit der Märkte stellt eine hohe Barriere für andere Trader dar, die das „System“ (noch) nicht verstanden haben.

Das spricht für Technische Analyse

  • Unterreaktion: Wenn es neue Informationen gibt, reagieren die Kurse meist nicht sofort in vollem Ausmaß, sondern erst verzögert. Das liegt unter anderem daran, dass große Marktteilnehmer ihre Positionen nicht sofort anpassen können. Auf diese Weise kommt es zu einem „Nachholeffekt“, der vor allem zur Funktionsweise von Ausbrüchen beiträgt und die Existenz von Momentum- und Relative-Stärke-Indikatoren rechtfertigt.
  • Self Fulfilling Prophecy: Die sich selbst erfüllende Prophezeiung besagt, dass Tools der Technischen Analyse gerade deshalb funktionieren, weil sie von vielen berücksichtigt werden. Ein Beispiel sind Fibonacci-Retracements. Steigt ein Kurs vom jüngsten markanten Tief um zehn Euro auf ein markantes Hoch an, korrigiert dann zum Beispiel um exakt 31,2 Prozent, und dreht von genau diesem Zwischentief sofort wieder nach oben, so „wissen“ Trader, die Fibonacci-Retracements nutzen, dass dies ein „Treffer“ ist und gehen long.
  • Trends setzen sich meist fort: Der Markt beweist immer wieder, was die Theorie effizienter Märkte nicht wahrhaben will – einmal etablierte Trends setzen sich viel wahrscheinlicher fort, als dass sie sich umkehren. Dies trägt seit Jahrzehnten zum Erfolg trendfolgender Handelsstrategien bei und führt dazu, dass technische Tools wie langfristige Gleitende Durchschnitte gut funktionieren und auch im institutionellen Bereich anerkannt sind – insbesondere GD(50) und GD(200).

Das spricht gegen Technische Analyse

  • Illusion der Kontrolle: Anwender der Technischen Analyse, die stark von der Funktionsweise ihrer Tools überzeugt sind, überschätzen sich schnell und bekommen das Gefühl, die Situation kontrollieren zu können. Das ist objektiv aber niemals der Fall, denn die Kursbewegung nach dem Einstieg unterliegt stets der unbekannten weiteren Entwicklung von Angebot und Nachfrage. Selbst wenn die Technische Analyse einen Vorteil bringt, so kann damit keineswegs das Marktgeschehen kontrolliert werden, sondern allenfalls ein günstiger Einstiegs- und/oder Ausstiegszeitpunkt gefunden werden.
  • Noise to Signal Ratio: Im Einzelfall ist es häufig sehr schwierig herauszufinden, ob ein echtes Signal vorliegt oder ob es sich nur um zufällige Marktbewegung (Noise) handelt. So könnte ein Handelssignal einfach aufgrund des unbestimmten Orderflows entstehen und bereits kurz danach keine Signifikanz mehr haben. Diesem Risiko sind Technische Analysen stets ausgesetzt.
  • Komplexität: Die Vielfalt an Tools macht es zu einer herausfordernden Aufgabe, im Laufe der Zeit die wirklich nützlichen Werkzeuge herauszufinden, die zudem immer auch vom aktuellen Kontext am Markt abhängig sind. Die erfolgreiche Anwendung der Technischen Analyse erfordert daher große Erfahrung, die mitunter nur durch längeres Lernen (und Inkaufnahme von Verlusten) erlangt werden kann.

 



›› Düsseldorfer Börsentag
– Börse live erleben
von Geldanlage-Brief-Team

Verehrte Leserinnen und Leser,

Düsseldorfer Börsentagbereits zum 11. Mal findet der Düsseldorfer Börsentag statt. Mit einem Tag der offenen Tür möchte die Börse Düsseldorf am 9. Mai 2015 den Austausch zwischen Finanzexperten und Privatanlegern aktiv unterstützen und Börse erlebbar machen.

Blick hinter die Kulissen des Börsenhandels

Privatanleger können an diesem Tag kostenlos einen „exklusiven“ Blick hinter die Kulissen der Börse Düsseldorf und auf den Börsenhandel werfen. Der Düsseldorfer Makler SCHNIGGE Wertpapierhandelsbank AG sowie die Handelsüberwachung der Börse öffnen ihre Büros und erklären ihre tägliche Arbeit. Sprechen Sie mit Kursmaklern an deren Arbeitsplätzen und lassen Sie sich die Arbeit der börseneigenen Handelsüberwachungsstelle erklären. Zahlreiche Experten sowie Börsenmitarbeiter freuen sich auf den Dialog mit Ihnen!

Zum 11. Düsseldorfer Börsentag am 9. Mai 2015 von 10:00 bis 17:00 Uhr:

  • Börse live erleben am Tag der offenen Tür
  • Finanzexperten geben praxisnahe Tipps
  • Zahlreiche Workshops und Vorträge im Angebot

Zahlreiche Vorträge und Workshops

Neben dem Blick hinter die Kulissen des Börsenhandels informieren bekannte Referenten wie TV-Star Robert Halver, Anlegerschützer Marc Tüngler oder Handelsblatt-Redakteurin Jessica Schwarzer Neueinsteiger und Fortgeschrittene in Vorträgen zu verschiedenen Themen rund um die Wertpapieranlage. Die Vorträge und Workshops werden u.a. zu folgenden Themen angeboten:

  • 2015: Das Jahr der platzenden Blasen?
  • Grundlagen zu Aktien, Anleihen & Fonds
  • Tipps eines Börsenhändlers zwischen Bauchgefühl und Trendkanal
  • Investieren mit Konzept zum Aufbau eines individuellen Wertpapierdepots
  • Fonds und ETFs – Trendinvestments für Privatanleger
  • Technische Analyse von Wertpapieren und Live-Chartanalyse

Geldanlage-Brief mit Vortrag zum Thema „2015: Das Jahr der platzenden Blasen?“

Auch der Geldanlage-Brief ist an diesem Tag vertreten und reiht sich damit in die Riege der renommierten Börsenexperten ein. Mit dem Vortrag zum Thema „2015: Das Jahr der platzenden Blasen?“ wird unser Chefredakteur Sven Weisenhaus um 13:00 Uhr der Frage nachgehen, ob die gestiegenen Kurse an den Aktienmärkten und die extrem niedrigen Zinsen an den Rentenmärkten erhebliche Risiken für die Anleger darstellen. Und er wird klären, wo sich noch Gewinnchancen ergeben können.

Teilnahme kostenfrei und ohne Anmeldung

Die Teilnahme am Börsentag ist wie immer kostenfrei und ohne Anmeldung möglich. Jedem Besucher wird die Gelegenheit geboten, sich fernab von dem Trubel großer Finanzmessen unabhängig und zielgerichtet zu informieren.

Der 11. Düsseldorfer Börsentag findet am 9. Mai 2015 von 10.00 – 17.00 Uhr in den Räumen der
Börse Düsseldorf am
Ernst-Schneider-Platz 1 in
40212 Düsseldorf statt.

Das vollständige Vortragsprogramm und die genauen Zeiten finden Sie HIER (klicken).


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Ihr
Team von www.geldanlage-brief.de

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